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Presseaussendung

Alternative Telekom-Betreiber fordern effizientere Kontrolle wettbewerbswidriger Praktiken

Utl: .: Regulierungsbehörde muss Telekom Austria Grenzen setzen

Wien, am 8. April 2005 - Der Präsident des Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT), Achim Kaspar, forderte heute im Rahmen eines Pressegesprächs eine aktivere Rolle der Telekom-Regulierungsbehörde (RTR) zur Verhinderung von wettbewerbswidrigen Praktiken am Endkundenmarkt. "Wir haben in letzter Zeit verstärkt beobachtet, dass bei TA-Tarifumstellungen die von den Kunden gewünschte, voreingestellte Preselection abhanden kommt und die Wiedereinrichtung der Preselection verwehrt wird. Dadurch und durch ähnliche bescheid- und wettbewerbswidrige Praktiken entstehen den Alternativen Betreibern immer größere Nachteile, die nicht mehr länger hingenommen werden können", so Kaspar. Die RTR solle ihre gesetzlichen Befugnisse ausschöpfen um solchem Missbrauch Einhalt zu gebieten und dadurch letztlich die Endkunden zu schützen.

Regulierung ist nach wie vor ein Muss
Auch in der Rolle als ex-ante Regulator sehen die Alternativen Betreiber die Aufgaben der RTR noch lange nicht als erledigt, wie dies zuletzt die Telekom Austria (TA) geäußert hatte. Die TA ist nach wie vor in vielen Bereichen marktbeherrschend, wie etwa mit rund 80% am ADSL-Markt - sogar bei der Festnetz Sprachtelefonie konnte sie zuletzt ihren Marktanteil nach eigenen Angaben auf mehr als 54% steigern. Auch wenn die TA wiederholt behauptet, dass in Österreich ausreichend Wettbewerb herrscht, sprechen diese Zahlen eindeutig dagegen. "Wenn man sich die zuletzt veröffentlichten Ergebnisse der TA mit einem Anstieg des Betriebsergebnisses um 22% und dem Turnaround im Festnetzbereich anschaut, kann man wirklich nicht mehr nachvollziehen, warum man sich seitens Telekom Austria über angeblich fehlende Investitionsmittel für den weiteren Festnetzausbau beklagt", so Kaspar.

Alternative Anbieter fordern mehr Rechtssicherheit bei TKK-Entscheidungen
IIm Zusammenhang mit der Arbeit der Regulierungsbehörden RTR und Telekom Control Kommission (TKK) präsentierte VAT-Vizepräsident Günther Ottendorfer eine Analyse der bisherigen Entscheidungen und deren Überprüfung durch den Verwaltungsgerichtshof. Demnach hat der Verwaltungsgerichtshof in 72% seiner Entscheidungen die TKK-Bescheide als mangelhaft beurteilt und zwar ca. je zur Hälfte wegen Verfahrensfehlern und Inhaltsfehlern. "Hier muss die Regulierungsbehörde aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und entsprechende Korrektiven einleiten", fordert Ottendorfer.

Positiv beurteilt der VAT hingegen die Entwicklung bei den Verfahrensdauern. "Während bei den frühen Verfahren Dauern von 5-6 Jahren keine Seltenheit waren, kommt der Verwaltungsgerichtshof heute deutlich schneller zu einer Entscheidung, wie etwa beim Bescheid über die Mobile Nummernportierung, der innerhalb von 6 Monaten aufgehoben wurde. Es ist sehr erfreulich, dass der Verwaltungsgerichtshof die Problematik erkannt und entsprechend gegengesteuert hat", so Ottendorfer.

Kunden bezahlen die Rechnung für mangelnden Wettbewerb auf der "last mile" - Regulator dringend gefordert, monopolartige Entbündelungsmieten zu senken
Als weiteres Problem sehen die Alternativen Anbieter den Bereich der "last mile". Während am Verbindungsmarkt (Gesprächsminuten) dank asymmetrischer Regulierung das ehemalige Monopol bereits aufgebrochen werden konnte und die Kunden vom Wettbewerb der verschiedenen Anbieter profitieren, herrschen am Anschlussmarkt (Endkundenzugang) nach wie vor monopolartige Zustände. Denn auf der so genannten "letzten Meile" hat der Ex-Monopolist Telekom Austria nach wie vor einen Marktanteil von 95%, wie aus der aktuellen Marktanalyse der TKK hervorgeht.

Als Hauptgründe nennt VAT-Vizepräsident Nobert Wieser Defizite in der Marktregulierung, die das Entstehen von Wettbewerb im Infrastrukturbereich nach wie vor behindern, wie z.B. fehleranfällige und zu lange dauernde Prozesse sowie die zu hohen Kosten der Entbündelung. "Die Rechnung für den fehlenden Wettbewerb auf der letzten Meile zahlen die Kunden in Form der Grundgebühr mit jeder Telekom-Rechnung", übt Wieser scharfe Kritik. "Wir sehen daher im Interesse aller Kunden dringenden Handlungsbedarf gegeben und hoffen, dass es im Zuge der laufenden Verfahren - wie jenem zur Absenkung der monatlichen Entbündelungsmiete - zu fairen Rahmenbedingungen für die Alternativen Telekomanbieter kommt. Denn nur dann ist eine kostendeckende Entbündelung möglich und erst dann wird auch im Infrastrukturbereich endlich Wettbewerb entstehen können", so Wieser.

Davon würden schließlich nicht nur die Konsumenten und Firmen des Landes profitieren, sondern auch die Volkswirtschaft. Denn die Senkung der Entbündelungskosten ist Voraussetzung dafür, dass die Alternativen Netzbetreiber weiter in die Breitband-Infrastruktur investieren können und damit den für den Standort Österreich so wichtigen Breitband-Ausbau weiter vorantreiben.


Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT)
Der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber hat seit seiner Gründung im Jahr 1997 maßgeblich zur Schaffung fairer und wettbewerbsorientierter Rahmenbedingungen für die neuen Betreiber beigetragen und agiert als umfassende Interessenvertretung der Branche. Die dem Verband angehörenden Unternehmen erzielen pro Jahr insgesamt 1,7 Milliarden Euro Umsatz in der Sprachtelefonie. Von den neuen Betreibern wurden in den letzten Jahren rund 6000 Arbeitsplätze in Österreich geschaffen und ca. 3,5 Milliarden Euro investiert.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Achim Kaspar, eTel Austria AG, Präsident des VAT
Pressestelle eTel Austria AG, Frau Pia Pausch,
Mobil: +43 699 105 10008, E-Mail:
p.pausch@pauschpr.at

DI. Günther Ottendorfer (T-Mobile Austria GmbH), Vizepräsident des VAT
Telefon: +43 1 795 85-6400, E-Mail:
guenther.ottendorfer@t-mobile.at

DI. Norbert Wieser (UTA/Tele2 Telecommunication Services GmbH), Vizepräsident des VAT
Telefon: +43 1 9009-8300, E-Mail:
norbert.wieser@tele2.com

Dr. Lothar Roitner, Geschäftsführer des VAT
Mariahilfer Straße 37-39, 1060 Wien
Tel.: +43 1 588 39-12
E-Mail:
roitner@vat.at