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Presseaussendung

Quasi-Monopol am Anschlussmarkt kein Grund zur Zufriedenheit

Utl: .: Rahmenbedingungen für Infrastrukturwettbewerb müssen sich am Markt orientieren – Senkung der Entbündelungsmiete und marktkonformes Grundgebühren-Reselling gefordert

Wien, am 12. April 2005 – „Wir stellen mit größter Sorge fest, dass sich der Regulator, der für die Sicherstellung des Wettbewerbs am österreichischen Anschlussmarkt zuständig ist, nach sechs Jahren Entbündelung mit nicht einmal 2,5 % entbündelten Leitungen zufrieden gibt. Der Marktanteil der Telekom Austria beträgt immer noch mehr als 97 %. Das ist absolut unzufriedenstellend für die alternativen Telekombetreiber und kann so nicht hingenommen werden“, sagte VAT-Präsident Dr. Achim Kaspar mit Bezugnahme auf die heutige Präsentation des Entbündelungsreports durch den Chef der Regulierungsbehörde, und fordert daher erneut die Einführung eines nicht-prohibitiven und marktkonformen Grundgebühren-Resellings. Dies sei als rasche Maßnahme absolut notwendig, um als Zwischenschritt zur Entbündelung für eine nachhaltige Kundenbindung bei den alternativen Betreibern zu sorgen.

Tatsache ist, dass sich seit der ersten Entbündelungsentscheidung vor rund 6 Jahren auf diesem Markt nicht viel getan hat. Bis dato sind gerade einmal 72.000 der rund 3 Millionen Anschlussleitungen der Telekom Austria entbündelt. „Die von der Regulierungsbehörde festgesetzte Entbündelungsmiete ist mit € 10,90 eingefroren. Wenn hier nicht eine deutliche Senkung erfolgt, wird es auch weiterhin keinen Wettbewerb im Anschlussbereich geben und die Preise für die Endkunden werden auch künftig vom Quasi-Monopol der Telekom Austria diktiert werden“, so Kaspar.

„Wir erwarten uns einen mutigen Schritt in der Regulierung und nicht die Wahrung des unbefriedigenden Status Quo. Konkret bedeutet dies eine deutliche Senkung der Entbündelungsmiete auf die Hälfte. Diese Entscheidung wäre zum Vorteil der Kunden, im Sinne des Regulierungszieles eines nachhaltigen Infrastruktur-Wettbewerbs, der unter den bestehenden Rahmenbedingungen nicht möglich ist“, so VAT-Vizepräsident Norbert Wieser.

Dass Österreich im EU-Vergleich nicht so schlecht liege, lässt der VAT nicht gelten. „Bis jetzt hat die Öffnung des Anschlussmarktes noch in keinem Land der EU wirklich funktioniert. Dass wir uns bei dieser schlechten Bilanz im EU-Durchschnitt bewegen, ist nun wirklich kein Ruhmesblatt für den österreichischen Regulator“, meint Wieser und nennt Dänemark (€ 8,60), Lettland (€ 9,00), Niederlande (€ 9,60) und Estland (€ 10,40) als Länder ähnlicher Größe und Bevölkerungszahl mit weit niedrigeren monatlichen Entgelten. Auch in größeren Staaten wie Italien (€ 8,30) und Spanien (€ 8,90) sind die monatlichen Entbündelungsentgelte deutlich niedriger als in Österreich. Hinsichtlich der einmaligen Einrichtungsentgelte befindet sich Österreich sogar am oberen Rand des EU-Vergleichs.

„Wir brauchen regulatorische Rahmenbedingungen, die sich am Markt orientieren, sonst passiert wieder nichts. Schon bei dem vom Regulator festgelegten Preis für den Wiederverkauf der Grundgebühr hat man gesehen, dass ein nicht dem Markt entsprechendes Entgelt nicht angenommen wird. Bis heute hat kein alternativer Betreiber dieses Angebot angenommen. Wenn die Politik endlich Wettbewerb und damit sinkende Preise auch beim Anschluss möchte, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Handeln“, appelliert Wieser an die Entscheidungsträger.


Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT)
Der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber hat seit seiner Gründung im Jahr 1997 maßgeblich zur Schaffung fairer und wettbewerbsorientierter Rahmenbedingungen für die neuen Betreiber beigetragen und agiert als umfassende Interessenvertretung der Branche. Die dem Verband angehörenden Unternehmen erzielen pro Jahr insgesamt 1,7 Milliarden Euro Umsatz in der Sprachtelefonie. Von den neuen Betreibern wurden in den letzten Jahren rund 6000 Arbeitsplätze in Österreich geschaffen und ca. 3,5 Milliarden Euro investiert.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Achim Kaspar, eTel Austria AG, Präsident des VAT
Pressestelle eTel Austria AG, Frau Pia Pausch,
Mobil: +43 699 105 10008, E-Mail:
p.pausch@pauschpr.at

DI. Norbert Wieser (UTA/Tele2 Telecommunication Services GmbH), Vizepräsident des VAT
Pressesprecher Tele2UTA, Mag. Martin Halama
Telefon: +43 1 9009-3030, E-Mail:
martin.halama@uta.at

Dr. Lothar Roitner, Geschäftsführer des VAT
Mariahilfer Straße 37-39, 1060 Wien
Tel.: +43 1 588 39-12
E-Mail:
roitner@vat.at