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Presseaussendung
ISPA und VAT: Breitband-Ausbau braucht
Entbündelung
Utl:
.: Neue Studie belegt: Entbündelungsmiete
müsste nahezu 40% billiger sein.
Wien,
21. Juni 2005 - ISPA und VAT fordern wiederholt
verbesserte Rahmenbedingungen für den
Wettbewerb auf der "letzten Meile". Insbesondere
die überhöhten Kosten und mangelhafte
Prozesse hemmen den Infrastrukturwettbewerb und
damit den weiteren Breitband-Ausbau. Dazu wurde
eine neue Studie vorgestellt, die belegt, dass die
Entbündelungsmiete bei korrekter Kalkulation
nur 6,71 statt 10,90 Euro betragen dürfte.
Im Rahmen einer Brancheninitiative der ISPA
(Internet Service Providers Austria) und des VAT
(Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber)
verlangten die bei der Entbündelung
tätigen alternativen Betreiber heute in einer
gemeinsamen Pressekonferenz Verbesserungen bei den
Kosten und der Abwicklung, um die
Breitband-Versorgung und -Nutzung anzukurbeln.
"Vor fünf Jahren gab es bereits jede Menge an
dicken Bescheiden und eine EU-Verordnung, trotzdem
fand die Entbündelung nicht statt. Sie wurde
und wird von der Telekom Austria behindert und
verzögert und auch die regulatorischen
Rahmenbedingungen passen einfach nicht. "Nach wie
vor gilt: Solange die Entbündelung nicht so
einfach ist wie eine Wurstsemmel zu kaufen, werden
wir nicht Ruhe geben," bekräftigte Dr. Kurt
Einzinger, Generalsekretär des Verband der
Internet Service Provider (ISPA), die Haltung der
Branche. "Erneut stellen wir fest, es hat sich noch
immer nichts Wesentliches geändert."
Die Entbündelung ist die Überlassung
einer Leitung vom letzten großen
Verteilerpunkt zum Kunden zu einem vom Regulator
festgesetzten Preis. Es ist die einzige
wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit, um im
Bereich der letzten Meile nachhaltigen
Infrastrukturwettbewerb herzustellen und die
Breitband-Penetration dauerhaft zu steigern.
Heute sind von den fast 3 Millionen
Teilnehmeranschlussleitungen der Telekom Austria
nicht ganz 2,5 % entbündelt. Das ist viel zu
wenig, um einen funktionierenden Wettbewerb zu
ermöglichen. Wettbewerbsbehindernd wirken die
Höhe der Entbündelungskosten und die
Schwierigkeiten bei der Abwicklung auf der
Verfahrensebene.
Dazu präsentierte Univ.Prof. DI Dr. Adolf
Stepan von der TU Wien ein aktuelles im Auftrag von
Tele2UTA erstelltes Gutachten zur Höhe der
monatlichen Mietkosten der
Teilnehmeranschlussleitung (TASL). Darin wird
insbesondere das derzeit verwendete
Kalkulationsmodell scharf kritisiert:
"Die gegenwärtige Rechnung in Form einer
statischen Zuschlagskalkulation entspricht
methodisch nicht dem Stand der Technik der
Betriebswirtschaftslehre" mit der Folge einer
ungerechtfertigt hohen Entbündelungsmiete.
Daher fordern die Studienautoren die Anwendung
eines dynamischen Kalkulationsmodells.
In ihrem Gutachten haben Stepan/Sögner die
Höhe der TASL-Miete mittels eines dynamischen
Kalkulationsmodells errechnet. Dazu wurden alle
wesentlichen Inputfaktoren wie Nutzungsdauer oder
Kapitalzinsen, so wie sie von der RTR verwendet
werden, unverändert übernommen, lediglich
die jährlichen Produktivitätssteigerungen
und die Inflation wurden berücksichtigt.
Das Ergebnis ist spektakulär: Allein die
betriebswirtschaftlich korrekte und
zeitgemäße Berechnung müsste zu
einer sofortigen Senkung der
Entbündelungsmiete um 38,4% von derzeit 10,90
auf 6,71 Euro im Monat führen.
"Diese Studie belegt eindrucksvoll, wie dringend es
einer Korrektur der regulatorischen
Rahmenbedingungen für die letzte Meile bedarf.
Denn die gegenwärtige Praxis ist
wettbewerbsverzerrend, verhindert weitere
Investitionen der alternativen Netzbetreiber in
Infrastruktur und lässt nachhaltigen
Wettbewerb am Breitband-Markt nicht zu",
kommentiert DI Norbert Wieser,
Geschäftsführer von Tele2UTA das
Gutachten.
Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Entscheidung
der TKK (Telekom-Control-Kommission)zur
Neugestaltung des
Standardentbündelungsvertrages inklusive der
Höhe der Entbündelungsmiete stehen
für Wieser "Politik, Regulator und Kommission
vor dem Offenbarungseid: Wer
Infrastrukturwettbewerb und Breitband-Ausbau zum
Vorteil der Konsumenten und des Standorts wirklich
will, muss die Entbündelung forcieren und die
Entbündelungskosten und da insbesondere die
Monatsmieten auf das tatsächliche Kostenniveau
senken."
"Neben den reinen Kostenparametern wie TASL-Miete,
Herstellungsentgelt und Kollokationsmieten, sind
auch die praktischen Rahmenbedingungen für den
Erfolg von Entbündelung von entscheidender
Bedeutung," ergänzte der
Geschäftsführer von Silver Server, Oskar
Obereder. Darunter fallen die
Kapazitätsbereitstellung am Hauptverteiler
genauso wie die Organisation der baulichen
Tätigkeiten und die effiziente Verwendung von
vorhandenen Leerrohren.
Österreich ist bei der Breitbandnutzung im
Vergleich zu den anderen europäischen
Ländern zuletzt deutlich zurückgefallen.
"Um bei der Breitbandversorgung und -nutzung und in
der europäischen Informationsgesellschaft
wieder vorne dabei zu sein, ist es notwendig, die
Rahmenbedingungen für Entbündelung
entscheidend zu verbessern. Nur durch eine Senkung
der monatlichen Überlassungsentgelte und
verbesserte Herstellungs- und Verfahrensbedingungen
kann man erreichen, dass die Betreiber weiter in
Infrastruktur investieren und dass innovative
Dienste für die Wirtschaft und die Menschen
günstig nutzbar werden", fasst Dr. Achim
Kaspar, Präsident des Verbandes Alternativer
Telekom-Netzbetreiber (VAT) die Anliegen der
gesamten Branche zusammen.
Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Wettbewerb das
einzige, wirklich geeignete Mittel ist, um
Investitionen der Betreiber und Preissenkungen
für die Konsumenten zu erzielen. Dies muss nun
auch für den Zugangsbereich gelten, wo die
Telekom Austria nach wie vor über einen
Marktanteil von über 95% verfügt.
Für
weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
ISPA
Andrea Cuny-Pierron
ISPA - Internet Service Providers Austria
A-1090 Wien, Währingerstrasse 3/18,
Tel.: +43 1 409 55 76
E-Mail: andrea.cuny-pierron@ispa.at
web: http://www.ispa.at
VAT
Ute Rabussay
VAT - Verband Alternativer
Telekom-Netzbetreiber
Mariahilfer Straße 37-39, 1060 Wien
Tel.: +43 1 588 39-30
Mobil: +43 676 588 39 30
Fax: + 43 1 586 69 71
E-Mail: rabussay@vat.at
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