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Presseaussendung

Regulierung quo vadis - die Liberalisierung muss weitergehen!

Utl: VAT-Kaspar: Wettbewerb ist der Motor für die Telekommunikationsbranche

Wien, am 14. November 2005 - Anlässlich des 10. VAT-Forums zum Thema "Vision 2010 - Regulierung quo vadis" präsentierte VAT-Präsident Dr. Achim Kaspar in Anwesenheit von Staatssekretär Mag. Helmut Kukacka die VAT-Vision 2010 für einen gesunden Wettbewerb, hohe Innovationskraft und eine erfolgreiche Liberalisierung auf dem österreichischen Telekommunikationsmarkt. "Die vergangenen acht Jahre haben eindrucksvoll bewiesen, dass Wettbewerb der unentbehrliche Antreiber für Innovation und der Entwicklung neuer, von den Kunden erwarteter, intelligenter Lösungen ist. Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes ist daher überall dort eine Erfolgsgeschichte geworden, wo die Regulierung einen fairen Wettbewerb ermöglicht hat", fasste Kaspar zusammen. "Auf die gesamte Branche bezogen sind wir davon allerdings noch weit entfernt. Für eine weitere erfolgreiche Entwicklung des Marktes ist es daher notwendig, den Wettbewerb weiter zu intensivieren und auf Bereiche zu übertragen, in denen er noch nicht vollständig ausgeprägt ist, wie zum Beispiel den Anschluss- oder den Breitbandmarkt", forderte der VAT-Präsident.

Staatssekretär Mag. Helmut Kukacka betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Wettbewerbs als Basis für den wirtschaftlichen Erfolg und Produktivitätsfortschritt Österreichs. "Wettbewerb kann gar nicht hart genug sein, wenn es für ein Land wie Österreich darum geht, sich erfolgreich am internationalen Wirtschaftsparkett zu behaupten", so der Staatssekretär.

VAT fordert zügige Weiterführung des Stufenmodells im Festnetzsektors
Der Schlüssel für einen erfolgreichen Wettbewerb ist laut VAT die zügige Weiterführung des sogenannten Stufenmodells im Festnetzsektor, das den alternativen Betreibern Schritt für Schritt den vollständigen Wettbewerb mit dem Ex-Monopolisten ermöglicht. "Kernbereich der Regulierung muss der freie Zugang für die alternativen Anbieter zum Endkunden und zur Infrastruktur sein. Im Augenblick hält allerdings die Telekom Austria mit 95% nach wie vor ein Quasi-Monopol am Festnetz-Zugangsmarkt. Verantwortlich dafür sind unter anderem die hohen Kosten für die Entbündelung der Leitung mit 10,90 EUR pro Monat und Kunde, die für die Alternativen wirtschaftlich nicht tragbar sind", kritisierte Kaspar. Die Regulierung müsse sich deshalb endlich für die Schaffung fairer Rahmenbedingungen in diesem Bereich einsetzen. Neben einer Senkung der Entbündelungsmiete auf unter 7,00 EUR im Monat habe laut VAT daher auch der Wiederverkauf der Grundgebühr zu realistischen Preisen und der gleichberechtigte Zugang zur Infrastruktur höchste Priorität.

Rückfall am Breitbandmarkt als Konsequenz von fehlendem Wettbewerb
Wettbewerb ist die Grundlage um die Preise für die Wirtschaft und die Konsumenten niedrig, hingegen die Dienstevielfalt und den wirtschaftlichen Gesamtnutzen hoch zu halten. Die Entwicklungen am österreichischen Breitbandmarkt zeigen in diesem Zusammenhang sehr deutlich, was passiert, wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen unzureichend sind. "Am Breitbandsektor sind eindeutig Tendenzen zur Remonopolisierung erkennbar. Die TA agiert am DSL-Markt bereits wieder mit ca. 68% Marktanteil. Der fehlende Wettbewerb schädigt auf Dauer eine erfolgreiche, d.h. auch für Kunden attraktive Entwicklung des österreichischen Breitband-Marktes", erklärt der VAT-Präsident und ergänzt, dass Österreich laut internationaler Rankings schon jetzt aufgrund unzureichender Rahmenbedingungen am Breitbandsektor im EU-Vergleich an Boden verliere.

Telekom-Liberalisierung ist ein volkswirtschaftlicher Erfolgsfaktor
Die Liberalisierung am Telekom-Sektor unterscheidet sich deutlich von jenen anderer Branchen. Nicht nur dass sie in nahezu allen Bevölkerungsgruppen die höchste Zustimmung und Anerkennung findet. Auch über ihre volkswirtschaftlichen Effekte lässt sich ein positives Resümee ziehen. "Im Zuge der Marktöffnung konnten wir den Kundennutzen aufgrund eines immer besseren Angebotes kontinuierlich steigern, gleichzeitig sanken die Gebühren. Die daraus gewonnene Wohlfahrtssteigerung für die Konsumenten beträgt allein im Zeitraum 1999 bis 2004 rund 14 Mrd. EUR. Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren durch die Liberalisierung Investitionen von rund 5 Mrd. EUR getätigt.", zieht Kaspar Bilanz. Ein entscheidender Faktor für die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte "Liberalisierung" ist die Planungs- und Investitionssicherheit für die Unternehmen sicherzustellen. "Dies gelingt nur, indem Gesetzgeber und Regulator stabile, für alle Ebenen verbindliche Rahmenbedingungen gewährleisten. Dazu gehört auch, dass es künftig faire Regelungen hinsichtlich der Erbringung und Finanzierung von Leistungen im Interesse der Allgemeinheit gibt, die im Wesentlichen auch von dieser getragen werden müssen", schließt der VAT-Präsident seine Ausführungen ab.

VAT Vision 2010
Die VISION 2010 des VAT versteht sich als Beitrag für eine nachhaltig positive Entwicklung des österreichischen Telekommunikationssektors und des Wirtschaftsstandortes Österreich. Im Zentrum aller Überlegungen steht der Wettbewerb als Motor der Telekommunikationsbranche. Die Publikation basiert auf den Erfahrungen von fast einem Jahrzehnt Liberalisierung und der Erkenntnis bisher erfolgreich beschrittener Wege. Mit seiner Vision 2010 formuliert der VAT seine Forderungen hinsichtlich der wesentlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zur Schaffung eines wettbewerbsfähigen Telekommunikationsmarktes.

Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT)
Der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber hat seit seiner Gründung im Jahr 1997 maßgeblich zur Schaffung fairer und wettbewerbsorientierter Rahmenbedingungen für die neuen Betreiber beigetragen und agiert als umfassende Interessenvertretung der Branche. Die dem Verband angehörenden Unternehmen erzielen pro Jahr insgesamt ca. 2,4 Milliarden Euro Umsatz aus Kommunikationsdiensten. Von den neuen Betreibern wurden in den letzten Jahren rund 5 Milliarden Euro investiert.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:


Dr. Achim Kaspar, eTel Austria AG, Präsident des VAT (CEO eTel Austria AG)
Pressestelle eTel Austria AG, Frau Pia Pausch,
Mobil: +43 699 105 10008, E-Mail:
p.pausch@pauschpr.at

Mag. Jan Engelberger, Geschäftsführer des VAT
Mariahilfer Straße 37-39, 1060 Wien
Tel.: +43 1 588 39-31
E-Mail:
engelberger@vat.at